Podiumsplatz beim Reifen-Poker

Das Rallye-Team Jannik Mahl und Lisa Kiefer bei der 32. Ostalbrallye 2019

Nur eine Woche nach der Rallye Westerwald reiste das Rallye-Team des SCS Herxheim nach Abtsgmünd, um dort bei der 32. Auflage der Ostalbrallye den dritten Lauf zum ADAC Rallye Pokal Südwest zu bestreiten. Mit fast 70 Kilometer Strecke auf sieben Wertungsprüfungen, war diese Rallye mehr als doppelt so lang als der zweite Meisterschaftslauf zuvor.

Die Wettervorhersage beschrieb sich schon vorab als unbeständig, sodass über den gesamten Tag mit Regenschauern zu rechnen war. Dementsprechend schwierig fiel für alle Teilnehmer die Reifenwahl. Ohne Kompromisse eingehen zu wollen, entschieden sich die Piloten aus der Südpfalz jedoch für die Trockenreifen. Beim Abfahren der Strecken in den frühen Morgenstunden zeigte sich direkt, dass es die zwei jungen Sportler an diesem Tag mit einer der schnellsten Rallyes im Kalender zu tun haben. Die Anweisungen „Links voll“ bzw. „Rechts voll“, welche für Kurven stehen, bei denen kein Abbremsen notwendig ist, standen besonders oft in Lisas Aufschrieb.

Hochgeschwindigkeits-Abschnitte über die schmalen Landstraßen der Region

Die Wertungsprüfungen 1 und 3 erwiesen sich als sehr technisch und hatten einen etwas geringeren Vollgas-Anteil. Hier setzte das Team gleich die drittbeste Fahrzeit in ihrer Fahrzeugklasse NC4. Auf den weiteren WPs zählte jedoch jedes Quäntchen Leistung, um auf den langen Geraden möglichst viel Zeit zu gewinnen. Mit ihrem Suzuki Swift Sport erreichten sich dort auf den engen Landstraßen und Feldwegen eine Höchstgeschwindigkeit von über 170 km/h. Bis zur Wertungsprüfung 4 zeigte sich das Wetter als beständig. Kurz vorm Start der schnellen WP5 setzte dann jedoch starker Regen ein. Aufgrund eines Unfalls, wenige Fahrzeuge vor dem Herxheimer Duo, musste für die Fahrzeugbergung die Prüfung abgebrochen und neutralisiert werden. Da die einzelnen Streckenabschnitte einer Rallye mehrere Kilometer voneinander entfernt sind und sich der ausdauernde Regenschauer der WP5 als sehr lokal erwies, konnte das Rallye-Team aus der Südpfalz die darauffolgende WP6 unter trockenen Bedingungen starten und den Regen umgehen.

„Bisher haben wir alles richtig gemacht! Unsere mutige Reifenwahl war optimal und wir haben auf den schnellen Prüfungen alles aus unserem Auto rausgeholt. Jetzt haben wir, vor der letzten Wertungsprüfung, dem Stadtrundkurs, nur eine halbe Sekunde Vorsprung. Dieser wird nun mit aller Macht verteidigt, damit wir uns unseren Podiumsplatz sichern!.“, so Jannik Mahl nach WP6.

Der Stadtrundkurs in Abtsgmünd war das Highlight des Rallye-Tags

Der Rülzheimer konnte seine lange Erfahrung aus dem Slalomsport nutzen, um die engen Kurven auf dem Stadtrundkurs zu meistern. Auch Dank der fehlerfreien Arbeit seiner Beifahrerin, die ihren Fahrer immer wieder auf die zuvor notierten Distanzen, Kurven und Gefahrenstellen hinwies, erzielte das Team auf der letzten Prüfung die zweitbeste Zeit in ihrer Klasse und sicherte sich so mit 2,9s Vorsprung Gesamtrang 3.

Ihr Podiumsplatz geht direkt auf das Punktekonto für die Meisterschaft des ADAC Rallye Pokal Südwest. Weiter geht es nach einer kleinen Pause bei der Main-Kinzig Rallye am 20. Juli 2019.

Text: Jannik Mahl

Bilder: Sascha Dörrenbächer